Die Ming-Gräber | ||
| Klicken Sie auf eines der Bilder, um zu einer größeren Ansicht zu gelangen. | ||
|
In einem weiten Tal etwa 50 Kilometer nordwestlich von Beijing liegen die "Ming Sanshiling", die 13 Gräber der Ming. Hier sind 13 der 16 Kaiser der Ming-Dynastie begraben, die zwischen 1368 und 1644 China beherrschte. Jahr für Jahr pilgerte der Ming-Kaiser zum Ehrentag seines Vaters zu den Gräbern seiner Vorfahren.
Die Ming waren die letzten Chinesen auf dem Drachenthron. Sie vertrieben 1368 die mongolische Dynastie der Yuan, die Kubilai Khan 1271 ausgerufen hatte. Gegründet wurde die Dynastie von Zhu Yuanzhang, der unter dem Namen Hongwu regierte. Die Herrschaft der Ming endete 1644, als der Rebellenführer Li Zicheng in Beijing einmarschierte und Kaiser Chongzhen den Freitod wählte. Die Mandschuren aus dem Norden nutzten das Machtvakuum in China, um den Drachenthron zu erobern. Sie herrschten als Qing-Dynastie bis 1911. Der Weg zu den Gräbern beginnt am "Dagongmen", dem großen roten Tor. Dahinter folgt der "Beiting", der Stelenpavillon. In seinem Inneren befindet sich eine über 6 Meter Marmorsäule mit einer Inschrift. Sie ruht auf einer Schildkröte, dem asiatischen Symbol für langes Leben.
Gesäumt wird der Stelenpavillon von zwei Drachensäulen. Hinter dem Beiting beginnt die Heilige Straße. Über sie wurden die verstorbenen Herrscher zu ihren Gräbern getragen - vorbei an 36 Statuen, bestehend aus zwöf Tier- und sechs Menschenpaaren, die die Straße zur letzten Ruhestätte der Kaiser säumen.
Immer stehen sich zwei Paare des gleichen Tieres hintereinander - ein stehendes und ein sitzendes. Der Legende nach wechseln sie sich jede Nacht ab.
Die Statuen der Menschen hingegen sind alle stehend dargestellt - kein Mensch durfte in Gegenwart des Sohns des Himmels sitzen.
Über eine Brücke mit sieben Bögen gelangt man schließlich zum eigentlichen Gräberbezirk. 13 der 16 Ming-Kaiser liegen hier beerdigt. Erst der dritte Herrscher, Zhu Di (1360 - 1424), der unter der Regierungsdevise Yongle ("fortdauernde Freude", 1403 – 1424) herrschte, verlegte seinen Regierungssitz nach Beijing, das die Mongolenherrscher zur Hauptstadt ausgebaut hatten. Seine Vorgänger Hongwu und Jianwen residierten in Nanjing. Nur drei der Gräberanlagen können besichtigt werden, darunter die Anlange Changling, das Grab von Kaiser Yongle. Changling ist das größte der Ming-Gräber. 18 Jahre dauerte der Bau der Anlage, der noch zu Lebzeiten des Kaisers begann. Fertig gestellt wurde die Grabanlage erst drei Jahre nach Yongles Tod.
Man betritt die Anlage durch ein dreiflügliges Tor.
Ein Opferaltar.
Im Turm der Klarheit am Ende des zweiten Hofes ist der Eingang zum Grabhügel.
Vom Seelenturm aus geht der Blick über den Garten auf die Halle der Erhabenen Gnade. Ihr Dach ruht auf 32 massiven Holzsäulen von 13 Metern Höhe, deren größte nur von drei Menschen umspannt werden kann. |
||
|
Text und Fotos: |
||
| http://www.ostasien.net -- Impressum -- Mail: -- 04/05 wp | ||