Die Große Mauer wird größer
Chinesische Archäologen haben Reste der Grossen Mauer in der Lop Nor-Wüste gefunden. Die Lop Nor-Wüste liegt 500 Kilometer westlich des bisherigen Endpunktes der Mauer in Jiayuguan. Damit ist die Mauer auf 7200 Kilometer Länge angewachsen. Die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die Mauer noch länger ist. | ||||||||||||
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Die
Mauern als Grenzbefestigung gab es in China schon in der Zeit der Streitenden Reiche, vor etwa 2400 Jahren. Nach der Unterwerfung der Kleinstaaten und der Einigung Chinas durch den ersten Kaiser, Qin Shi Huangdi, im Jahr 221 wurden die Grenzbefestigungen zur ersten großen Mauer gegen die nomadischen Xiongnu ausgebaut. Die Mauer, die wir kennen, ließen die Ming-Kaiser errichten. Nach dem Sturz der von dem Mongolen Kubilai Khan gegründeten Yüan-Dynastie bauten sie die Befestigungswälle gegen die Reitervölker im Norden wieder auf. Arbeiter aus dem ganzen Land wurden zum Bau der gigantischen Anlage gepresst; ein portugiesischer Kaufmann, der zu einjähriger Zwangsarbeit an der Mauer verurteilt war, berichtete von 300.000 Gefangenen in seinem Arbeitslager. Aus drei Baustoffen, so erzählen die Chinesen, wurde die Mauer errichtet: aus Sand, Steinen und den Körpern der unter den Strapazen gestorbenen Arbeitern. Genutzt hat das gigantische Bollwerk jedoch nur wenig - weder gegen die Mongolen, die 1211 unter Dschinghis Khan in China einfielen, noch gegen die Mandschuren, die 1644 kampflos das "Erste Tor unter dem Himmel" in Shanhaiguan passierten. Sie herrschten als Qing-Dynastie bis 1911, als Sun Yat-Sen die Republik ausrief.
Die Lop Nor war einst ein riesiger See, eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg durch die Wüste. An seinem Ufer lag das von einem indoeuropäischen Volk gegründete Königreich Loulan. Vor etwa 1500 Jahren änderte der Tarim-Fluss, der den Lop Nor speiste, seinen Lauf, der See begann auszutrocknen. Zwar kehrte der Tarim 1921 in sein altes Bett zurück, doch durch Bewässerungsanlagen wurde dem Fluss so viel Wasser entzogen, dass der Lop Nor 1972 völlig austrocknete. Bis 1996 testeten die chinesischen Militärs am Lop Nor ihre Atomwaffen. Kürzlich entdeckten chinesische Wissenschaftler in der Lop-Nor-Region Gräber am ausgetrockneten Xiaohe ("Kleiner Fluss") wieder. In dem 2500 Quadratmeter großen Gräberfeld fanden sie Knochen, Mumien sowie gewobene Wollstücke. Ein schwedischer Archäologe war bereits in den 30er Jahren auf die etwa 4000 Jahre alte Anlage gestossen; sie war jedoch in Vergessenheit geraten, bis chinesische Wissenschaftler kürzlich seine Expeditionsaufzeichnungen ins Chinesische übersetzten. Der Archäologe Yang Lian glaubt, in den Gräbern könnten die Könige von Loulan bestattet sein. "Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Loulan-Zivilisation und des klimatischen Veränderungen in Lop Nor." |
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